Ein teures, schönes Fahrrad bringt alles nichts, wenn du nicht ordentlich darauf sitzen kannst. Die Position deine Fahrradlenkers ist hierbei entscheiden. Aber welche Höhe soll ein Fahrradlenker haben und welche Neigung? Wie wird ein Fahrradlenker verstellt?

Die richtige Position hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art des Fahrrades, der Art des Fahrens und individuellen Präferenzen. Aber auch die Frage nach dem “wie” lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Modell ist der Verstellvorgang verschieden. Auch die Werkzeuge unterscheiden sich.

In diesem Artikel geben wir dir auf all diese Fragen Antworten und liefern dir somit zu deinen Problemen die passenden Lösungsvorschläge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Einstellung deines Fahrradlenkers entschiedet über die Position deines Rückens. Du solltest darauf achten, dass deine Wirbelsäule durch die Bauch- und Rückenmuskulatur entlastet wird.
  • Je nach Fahrrad werden unterschiedliche Einstellungen des Fahrradlenkers empfohlen.
  • Um den Lenker einzustellen reicht es bei einer Innenklemmung, wenn du einen Imbusschlüssel verwendest. Bei einem Ahead-Vorbau benötigst du einen speziellen Adapter.

Warum musst du einen Fahrradlenker überhaupt richtig einstellen?

Zu Beginn muss ganz klar gesagt werden: Es gibt nicht die eine richtige Position deines Fahrradlenkers. Diese hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter ihnen sind das Rad, deine Größe und der Zweck.

Grundsätzlich entscheidet die Einstellung des Fahrradlenkers über deine Sitzpositionen.

Wenn du deine Radtouren also genießen möchtest, achte darauf, dass der Lenker am best möglichen eingestellt ist. Ansonsten wird es schnell eine Tour durch die Hölle statt den Wald.

Die Höhe des Fahrradlenkers bestimmt deine Sitzposition. Deshalb ist die richtige Einstellung des Lenkers von großer Bedeutung. (Bildquelle: pixabay.com / Free-Photos)

Je nach Rad (Moutainbike, Trekkingrad, Rennrad) gibt es verschiedene Dinge auf die du achten solltest.

Wenn du beispielsweise dein Rennrad zweckentfremdest und du damit nur Spazierfahrten durch die Stadt machen willst, kannst du den Lenker einfach anders einstellen als bei einer sportlichen Ausfahrt.

Im Allgemeinen kann gesagt werden: Je sportlicher dein Radausflug, desto niedriger sollte der Lenker eingestellt sein.

Wenn du deinen Rücken schonen möchtest, ist eine Position am besten, in der du in ein leichtes Holzkreuz fällst. Das Becken soll dabei etwas nach vorne kippen.

In dieser Position werden die Bauchmuskeln und die Rückenmuskeln angespannt, um dir die nötige Stabilität zu geben.

Hintergründe: Was du über einen Fahrradlenker wissen solltest

Wenn du Fahrradlenker miteinander vergleichst, wirst du merken, dass sich die verschiedenen Modelle nicht nur in Höhe und Neigung unterscheiden, sondern auch in auch was die Griffe, Handbremsen und Klingeln angeht.

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Neben der Position des Lenkers ist es nämlich auch wichtig, diesen fest im Griff haben zu können. Daher soll in diesem Abschnitt auf die Feinheiten des Lenkers eingegangen werden.

Die Bedeutung von Griffen

Bei den Griffen solltest du auf zwei Dinge achten

  • Härte des Materials
  • Größe der Fläche zum Handballen ablegen

Oft sind die Griffe eines Fahrradlenkers recht hart. Das kann nach der Zeit unangenehm werden und zu Schmerzen in der Hand führen. Deshalb ist es oft besser, wenn du dich für ein weicheres Material entscheidest.

Auch wenn keine Ablagefläche für die Handballen vorhanden ist, kann das zu Schmerzen oder zu Blasen führen. Daher empfiehlt es sich, wenn du die Griffe mit einer Ablagefläche besorgst.

Achte aber darauf, dass die Griffe nicht zu groß sind und du sie noch gut in der Hand haben kannst. Außerdem dürfen sie auf der Lenkstange keinesfalls verrutschen, daher müssen sie richtig angebracht sein.

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Worauf du bei den Handbremsen achten sollst

Eine Handbremse auf einem Fahrrad ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Bremsbereit und vorsichtig zu fahren ist vor allem im Straßenverkehr das A und O. Dazu sollten die Hände auch immer um die Bremsstange liegen.

Die Handbremsen sind ein wichtiger Punkt, wenn es um sicheres Fahren geht. Deshalb müssen auch diese richtig platziert werden. (Bildquelle: pixabay.com / ThorstenF)

Wenn die Stange zu weit oben montiert ist, führt das zu einem Knick im Handgelenk. Das sollte unbedingt vermieden werden, da sich auch hier schnell Schmerzen breit machen können oder die Hände einschlafen.

Die optimale Position der Bremsstange am Griff ist eher weiter unten. Der Arm, das Handgelenk und die Hand selbst sollten in einer geraden Linie alles im Griff haben.

Was passieren kann, wenn der Lenker nicht richtig eingestellt ist

Neben Schmerzen in den Händen und einem unkomfortablen, erschöpfenden Fahrerlebnis kann die Falsche Lenkerposition auch ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Diese treten aber erst nach mehrmaligem und langen fahren auf.

Besonders wichtig ist, dass deine Wirbelsäule durch die richtige Sitzposition entlastet wird.

Der untere Rücken und die Wirbelsäule können beschädigt werden, weshalb es besonders wichtig ist, eine Position zu finden, in der Bauch- und Rückenmuskeln angespannt sind. So wird die Wirbelsäule entlastet.

Das Taubheitsgefühl in den Armen und Händen ist ebenfalls nicht ungefährlich. Bei zu starker Belastung können die Nerven einen bleibenden Schaden davon tragen, im schlimmsten Fall sogar absterben.

Auch auf Nacken und Schultern solltest du achten. Diese können schnell unter einer Überlastung leiden. Am besten ist es in diesem Fall, den Lenker etwas höher zu stellen, damit nicht mehr so viel Druck auf den Schultern ist.

Die richtige Position des Fahrradlenkers: worauf du achten solltest

Wie weiter oben schon erwähnt gibt es nicht die perfekte Position. Diese ist von individuellen Begebenheiten geprägt. Auch die Art des Rades hat große Bedeutung, wenn es um die richtige Lenkerposition geht.

Nichts desto trotz solltest du aber immer darauf achten, dass sowohl deine Rückenmuskulatur als auch deine Bauchmuskulatur angespannt ist.

Nur so kann die Wirbelsäule entlastet werden und einem angenehmen Rad-Erlebnis steht nichts im Weg.

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Welche Höhe soll ein Fahrradlenker haben?

Die Lenkerhöhe bestimmt in erster Linie über die Rückenposition am Fahrrad. Je nach Fahrrad und nach Zweck sollte der Lenker eine unterschiedliche Höhe haben.

Ausschlaggebend ist immer der Winkel zwischen Oberarmen und Oberkörper. Daher nehmen wir diesen als Referenzwert.

Wir haben dir hier eine kleine Übersicht zusammengestellt.

Art des Fahrrads Lenkerhöhe
Sportrad Wenn du ein Rad sportlich nützt oder gar ein Sportrad besitzt, solltest du unbedingt an den Luftwiderstand denken. Dieser wird größer, je gerader du auf deinem Rad sitzt. Anders gesagt: Je höher dein Lenker eingestellt ist, desto höher ist der Luftwiderstand. Für sportliche Zwecke sollte der Widerstand aber so gering wie möglich gehalten werden, da dich dieser bremst. Zusätzlich bietet ein niedriger Lenker den Vorteil, dass du mehr Druck auf dem Vorderreifen hast und so besser bergauf kommst. Der Winkel zwischen Oberarme und Oberkörper befindet sich meist in einem Bereich von 80° bis 90°.
Cityrad Bei einem Cityrad sollte ein Winkel 60° nicht überschritten werden. Der Lenker muss also höher als bei einem Sportrad eingestellt werden.
Hollandrad Die Lenkerposition bei einem Hollandrad ist mit am höchsten. Hier bilden Oberarme und Oberkörper nur einen Winkel von 20° – 30°. Der Rücken nimmt hier eine sehr gerade Position ein, wird also nicht unbedingt entlastet. Dafür liegt am wenigsten Druck auf den Armen und vor allem den Handgelenken.
Trekkingrad Bei einem Trekkingrad wird ein Winkel von 90° empfohlen. Die Höhe des Fahrradlenkers ist als ähnlich wie die bei einem Sportrad. Das liegt daran, dass in dieser Position der Rücken am meisten entlastet wird, da durch die Neigung der Arme der Rücken in eine S-förmige Position gebracht wird. Hier stütz die Oberkörpermuskulatur die Wirbelsäule.

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Welche Neigung soll ein Fahrradlenker haben?

Bei der Einstellung der Neigung des Fahrradlenkers gilt es zu beachten, dass deine Arme immer leicht gebeugt sind.

Durchgestreckte Arme können dein Körpergewicht gar nicht abfedern, wenn du über Löcher oder sonstige Unebenheiten fährst.

Je weiter die Neigung des Lenkers nach unten geht, desto durchgestreckter sind die Arme.

Neben der Abfederung können bei der falschen Neigung auch die Handgelenke leiden. Ist der Lenker zu gerade, knicken die Handgelenke und werden unnötig belastet.

Aber ob die Neigung und somit der Grad der Abfederung für deinen Fahrstil passt, wirst du erst nach einigen Kilometern merken.

Deshalb empfehlen wir dir, dass du zu beginn immer ein Werkzeug bei dir trägst, mit dem du die Neigung verstellen kannst.

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Was tun, wenn der Lenker zu locker ist?

Wenn der Lenker zu locker ist, hilft es, wenn du erstmal alle Schrauben wieder fester anziehst. Dazu benötigst du je nach Lenker verschiedene Werkzeuge wie einen Imbussschlüssel oder einen Schraubenschlüssel.

Sollte das nicht funktionieren oder sich bald wieder lösen, solltest du einen Fahrradmechaniker aufsuchen. Dieser kann die genaue Ursache finden und dir bei der Lösung deines Problems weiter helfen.

Wie stelle ich einen Lenker ein?

Bei der Einstellung der Höhe des Fahrradlenkers kommt es auf den Vorbau an. Hier wird unterschieden zwischen Ahead-Vorbauten und Innenklemmungen.

Art des Vorbaus Anleitung zur Höhen-Einstellung
Ahead Um so einen Vorbau zu verstellen, musst du dir einen bestimmten Adapter zulegen. Erst mit diesem kannst du die Höhe so verstellen, wie du es möchtest. Je nach Adapter unterscheiden sich die Arten der Verwendung. Deshalb ist es hilfreich, wenn du dir kurz die jeweilige Bedienungsanleitung zu Gemüte führst.
Innenklemmung Ein Vorbau mit Innenklemmung ist viel leichter einzustellen, als ein Ahead. Hier musst du lediglich eine kleine Plastikabdeckung entfernen, damit du zu einer Imbusschraube im Inneren des Gestänge kommst. Wenn die Schraube etwas gelockert ist, kannst du die Höhe ganz einfach verstellen, indem du den Lenker weiter herausziehst. Zum Befestigen musst du die Schraube nur noch festziehen.

Trivia: Was du sonst noch über das Thema Fahrrad wissen solltest

Neben der richtigen Einstellung des Lenkers gibt es natürlich noch andere Dinge, die du wissen solltest, bevor du mit dem Radfahren loslegst.

In diesem Abschnitt wollen wir dir noch ein paar Informationen über die Pflege deines Rades geben und Hinweise für eine sichere Fortbewegung auf deinem Drahtesel.

Die richtige Pflege für dein Fahrrad

Damit du dich lange an deinem Fahrrad erfreuen kannst, wollen wir dir in diesem Abschnitt ein paar Pflege-Hinweise geben.

Dein Rad immer wieder zu reinigen ist nicht nur für das Erscheinungsbild wichtig, sondern auch damit es länger hält. Unter dem Schmutz können sich beispielsweise feine Rissen verstecken, die bei frühem Erkennen keinen großen Schaden verursachen.

Wenn du sie aber durch die Schmutzschicht nicht entdeckst, kann das gravierende Folgen für deinen Rahmen haben. Außerdem solltest du bei der Reinigung dein Rad auf Rost überprüfen.

Gerade, wenn du es viel im Freien stehen lässt, steigt die Gefahr der Rostbildung. Wenn sich Rost an der Kette bildet, kann dieser die Lebensdauer deines Fahrrades drastisch verkürzen.

Ein regelmäßiges Einfetten oder Einschmieren des gefährdeten Regionen kann helfen, die Lebensdauer zu steigern.

Für eine Reinigung benötigst du auch nicht viel:

  • Einen Schwamm und eine Bürste
  • Einen Eimer mit Wasser und etwas Allzweckreiniger
  • Etwas Politur

Damit du dir ansehen kannst, wie so eine Reinigung genau vor sich geht und worauf du achten musst, haben wir hier ein informatives Video für dich gefunden.

Sicherheit beim Fahren – darauf musst du achten

Zu guter letzt wollen wir noch auf die Sicherheit beim Radfahren eingehen. Ein richtiger Lenker und ein sauberes Rad helfen nichts, wenn du dich unsicher mit dem Gefährt durch die Gegend bewegst.

Als wichtigster Punkt ist der Radhelm zu nennen. Auch wenn er nicht immer wunderschön aussieht, übernimmt er eine wichtige Funktion: Er schützt deinen Kopf bei einem Sturz.

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Ein Fahrradhelm sollte fest sitzen, sich mit einer Hand öffnen lassen und gut durchlüftet sein. Mittlerweile gibt es auch schon eine große Auswahl an Farben und Modellen.

Dein Fahrrad sollte auch mit einigen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sein. Die Bremsen sollten unabhängig von einander funktionieren und deine Pedale rutschfest, sodass du beim Treten einen festen Halt hast.

Damit du auch bei jedem Wetter gesehen wirst, sollte dein Rad mit jeweils zwei Speichenreflektoren ausgestattet sein, einem weißen Reflektor vorne und einem roten hinten. Zusätzlich gibt es in denselben Farben Lichter, die du vorne und hinten montierst.

Fahrradlicht Test 2019: Die besten Fahrradlichter im Vergleich

Wenn du dich in einer Stadt bewegst gilt vor allem eines: Fahr vorsichtig! Die meisten Städte sind mittlerweile schon sehr gut mit Radfahrwegen ausgestattet, diese solltest du unbedingt benutzen.

Ansonsten gelten für Radfahrer die gleichen Verkehrsregeln wie für Autofahrer: Straßenschilder lesen, bei Rot stehen bleiben, ordentlich (mit Handzeichen) anzeigen in welche Richtung du möchtest.

Fazit

Es gibt also nicht die eine richtige Position eines Fahrradlenkers. Sie ist abhängig von deiner Größe, deinem Fahrrad und persönlichen Befindlichkeiten. Die richtige Position macht sich auch erst nach ein paar Testkilometer bemerkbar.

Achte aber darauf, dass deine Handgelenke nicht abgeknickt werden. Das kann zu Schmerzen und anderen unangenehmen Folgen führen. Außerdem sollte die Wirbelsäule so gut wie möglich entlastet werden.

Dazu sollte sie in einer s-förmigen Position sein. So spannst du sowohl Bauchmuskeln als auch Rückenmuskeln an.

Je nach Vorbau brauchst du verschiedene Werkzeuge, um die Höhe deines Lenkers zu verstellen. Unterschieden wird zwischen Ahead-Vorbau und Innenklemmung.

Bei ersterem benötigst du einen speziellen Adapter, bei der Innenklemmung reicht ein Imbussschlüssel in der richtigen Größe.

Weiterführende Quellen und interessante Links

[1] https://www.welt.de/gesundheit/article154022157/Zwei-Dinge-machen-die-meisten-Radler-falsch.html

[2] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Zahl-der-Fahrradunfaelle-nimmt-zu,verkehrssicherheit132.html

[3] https://www.stern.de/auto/service/radfahren-im-winter-radeln-bei-eis-und-schnee–kein-spass-fuer-jedermann-7141324.html

Bildquelle: 123rf.com / 80608473

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